Was ist eine Mietkautionsbürgschaft? Definition, Ablauf & Unterschiede | EasyKaution Zum Hauptinhalt springen
Pillar-Artikel · Grundlagen

Was ist eine Mietkautionsbürgschaft? Alles Wichtige im Überblick – einfach erklärt

Eine Mietkautionsbürgschaft ist ein Vertrag, bei dem ein Bürge (Versicherung oder Bank) gegenüber dem Vermieter für die Mietkaution haftet. Der Mieter hinterlegt kein Bargeld, sondern übergibt eine rechtssichere Bürgschaftsurkunde. Das eigene Kapital bleibt vollständig frei verfügbar.

8 Min. Lesezeit Aktualisiert: März 2026 Von Experten geprüft
Das Wichtigste in Kürze

Eine Mietkautionsbürgschaft (§ 765 BGB) ist ein Bürgschaftsvertrag, bei dem ein Versicherungsunternehmen oder eine Bank als Bürge gegenüber dem Vermieter für die Verbindlichkeiten des Mieters aus dem Mietverhältnis haftet. Der Mieter zahlt statt der vollen Kautionssumme (max. 3 Nettokaltmieten gem. § 551 BGB) nur eine jährliche Prämie. Der Vermieter erhält eine Bürgschaftsurkunde als rechtssichere Sicherheit – gleichwertig zur Barkaution.

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Definition – Bürgschaft einfach erklärt

Das Wort „Bürgschaft“ klingt komplex – ist es aber nicht. Im Kern bedeutet es: Jemand anderes steht für Ihre Verpflichtungen ein. Bei der Mietkautionsbürgschaft übernimmt ein Versicherungsunternehmen diese Rolle.

Rechtliche Grundlage: § 765 BGB

Die Bürgschaft ist in § 765 BGB geregelt: „Durch den Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.“ Übersetzt: Der Bürge (Versicherung) haftet gegenüber dem Gläubiger (Vermieter) für den Dritten (Mieter).

Die drei Parteien einer Mietkautionsbürgschaft

Die drei Parteien im Überblick
Mieter (Hauptschuldner) Schließt Bürgschaft ab, zahlt Jahresprämie, gibt Urkunde an Vermieter
Versicherung (Bürge) Haftet gegenüber Vermieter · stellt Bürgschaftsurkunde aus
Vermieter (Gläubiger) Erhält Bürgschaftsurkunde · kann Bürgen bei Forderungen in Anspruch nehmen

Die Bürgschaft ist akzessorisch – das bedeutet: Sie ist untrennbar an das gesicherte Mietverhältnis geknüpft. Endet das Mietverhältnis und bestehen keine offenen Forderungen, erlischt auch die Bürgschaft. Die Urkunde wird an den Mieter zurückgegeben.

Kurz & klar: Was ist eine Mietkautionsbürgschaft?

Eine Mietkautionsbürgschaft ist eine schriftliche Zusage eines Versicherungsunternehmens, für die Mietkaution einzustehen. Der Mieter zahlt keine Barkaution, sondern eine jährliche Prämie (ab 4,3 % der Kautionssumme). Der Vermieter erhält eine Bürgschaftsurkunde mit gleichem Sicherheitswert wie Bargeld.

Unterschied: Mietkautionsbürgschaft vs. Mietkautionsversicherung

Diese Frage sorgt oft für Verwirrung – dabei ist die Antwort einfach: Beide Begriffe meinen dasselbe Produkt. Es handelt sich lediglich um zwei verschiedene Bezeichnungen für ein und dasselbe Finanzinstrument.

Merkmal Mietkautionsbürgschaft Mietkautionsversicherung
Rechtlich korrekte Bezeichnung✓ Ja (§ 765 BGB)~ Umgangssprache
Im Markt gebräuchlich~ Fachsprache✓ Sehr geläufig
Bürge / VersichererIdentisch – ein Versicherungsunternehmen
Produkt dahinterIdentisch – Bürgschaftsurkunde für den Vermieter
PrämienstrukturIdentisch – ab 4,3 % der Kautionssumme / Jahr
Praktische BedeutungIdentisch – kein Unterschied für Mieter oder Vermieter
Warum zwei Begriffe für ein Produkt?

Rechtlich ist eine Bürgschaft keine Versicherung – sie entsteht nicht aus einem Versicherungsvertrag, sondern aus einem Bürgschaftsvertrag (§ 765 BGB). Da jedoch Versicherungsunternehmen die Bürgen sind und das Produkt ähnlich wie eine Versicherung vermarktet wird, hat sich der Begriff „Mietkautionsversicherung“ im Volksmund durchgesetzt. Für Verbraucher ist der Unterschied irrelevant.

Mehr zur Funktionsweise des Produkts: Was ist eine Mietkautionsversicherung? – Einfach erklärt

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Unterschied: Mietkautionsbürgschaft vs. Bankbürgschaft

Beide sind Bürgschaften – aber sie unterscheiden sich erheblich in Kosten, Zugänglichkeit und Flexibilität. Für die meisten Privatpersonen und kleinere Unternehmen ist die Mietkautionsbürgschaft (über eine Versicherung) die deutlich praktischere Lösung.

Merkmal Mietkautionsbürgschaft Bankbürgschaft
BürgeVersicherungsunternehmenBank / Kreditinstitut
Abschluss✓ Online, <10 Minuten✗ Filialbesuch, aufwändig
Kreditlinie erforderlich✓ Nein✗ Ja – belastet Kreditrahmen
BonitätsanforderungPositive SchufaBonitätsprüfung + Sicherheiten
Kosten (jährlich)ab 4,3 % der Kautionssummeca. 1–2 % + Bearbeitungsgebühren
Mindestgebührenab 39 €/Jahroft 50–150 €/Jahr (Mindestprovision)
Laufzeit / KündigungFlexibel, jederzeit kündbarHäufig feste Laufzeit
Digitale Urkunde✓ Oft gleicher Tag✗ Tage bis Wochen
Geeignet fürPrivatkunden & KMUHauptsächlich große Unternehmen
Regress im Schadensfall✓ Ja (Mieter)✓ Ja (Auftraggeber)
Wichtig: Bankbürgschaft bindet Liquidität

Bei der Bankbürgschaft wird in der Regel eine Kreditlinie in Höhe der Bürgschaftssumme blockiert. Das bedeutet: Das Kapital ist zwar nicht direkt beim Vermieter hinterlegt, steht aber auch nicht frei zur Verfügung. Für Unternehmen kann das die Finanzierungsfreiheit einschränken. Die Mietkautionsbürgschaft (über Versicherung) hat diesen Nachteil nicht.

Den detaillierten Kostenvergleich finden Sie in unserem Ratgeber: Bankbürgschaft vs. Kautionsversicherung – Der große Vergleich

Wie läuft eine Mietkautionsbürgschaft rechtlich ab?

Der Ablauf einer Mietkautionsbürgschaft folgt einem klar definierten rechtlichen Rahmen – von der Beantragung bis zur Rückgabe der Urkunde bei Mietende.

1
Antrag & Bonitätsprüfung

Der Mieter beantragt die Bürgschaft online. Das Versicherungsunternehmen prüft die Bonität (Schufa-Score). Bei positiver Prüfung erfolgt die Antragsannahme sofort digital.

2
Bürgschaftsurkunde & Übergabe

Der Bürge (Versicherung) stellt eine Bürgschaftsurkunde aus. Diese enthält: Bürgschaftssumme, Laufzeit, Namen aller Parteien sowie die Zahlungsverpflichtung des Bürgen. Der Mieter übergibt die Urkunde dem Vermieter – statt der Barkaution.

3
Laufzeit: Jahresprämie zahlen

Während des Mietverhältnisses zahlt der Mieter jährlich die Prämie (ab 4,3 % der Kautionssumme). Solange keine Forderungen bestehen, bleibt die Bürgschaft inaktiv – der Vermieter kann nicht einfach auf die Bürgschaft zugreifen.

4
Schadensfall oder Mietende

Schadensfall: Vermieter stellt Forderung. Bürge prüft und zahlt berechtigte Beträge. Danach: Regress beim Mieter. Reguläres Mietende: Keine offenen Forderungen – Vermieter gibt Urkunde zurück – Mieter kündigt Bürgschaft – Jahresprämie wird tagesgenau abgerechnet.

Was ist der Regress – und was bedeutet das für mich?

Der Regress ist das Rückforderungsrecht des Bürgen gegenüber dem Mieter (§ 774 BGB). Wenn der Versicherer für den Mieter an den Vermieter zahlt, hat er danach das Recht, diesen Betrag vom Mieter zurückzufordern.

Bürgschaft ≠ Schadensübernahme

Die Mietkautionsbürgschaft übernimmt keine endgültige Schadenstragung. Sie ist eine Zwischenfinanzierung: Der Versicherer zahlt zunächst an den Vermieter, fordert den Betrag aber anschließend vom Mieter zurück. Die Bürgschaft schützt den Vermieter – nicht den Mieter vor seinen eigenen Verbindlichkeiten.

Inanspruchnahme durch den Vermieter

  • Der Vermieter kann den Bürgen nur bei berechtigten, nachweisbaren Forderungen in Anspruch nehmen
  • Bei selbstschuldnerischer Bürgschaft kann der Vermieter direkt den Bürgen ansprechen – ohne erst den Mieter zu verklagen
  • Der Bürge prüft die Forderung vor Zahlung auf Berechtigung
  • Unbegründete Forderungen werden abgewiesen

Vorteile und Nachteile einer Mietkautionsbürgschaft

Als unabhängiges Vergleichsportal zeigen wir beide Seiten – damit Sie eine informierte Entscheidung treffen:

Vorteile
  • Kein Kapital gebunden – volle Liquidität bleibt erhalten
  • Keine Doppelbelastung beim Umzug
  • Online-Abschluss in ca. 10 Minuten
  • Digitale Bürgschaftsurkunde oft noch am selben Tag
  • Flexible Kündigung – meist ohne Fristen
  • Tagesgenaue Abrechnung der Prämie
  • Für Gewerbe steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar
  • Geeignet für private und gewerbliche Mieter
  • Keine Bankverbindung oder Kreditlinie nötig
Nachteile
  • Jährliche Prämie – bei sehr kurzer Mietdauer weniger vorteilhaft
  • Negative Schufa verhindert Abschluss
  • Regress im Schadensfall – Mieter muss Bürgen zurückzahlen
  • Vermieter muss zustimmen – keine gesetzliche Pflicht zur Annahme
  • Keine Zinsgutschrift wie bei verzinstem Kautionskonto
  • Bei sehr langer Mietdauer summieren sich die Prämien
Für wen lohnt sich die Mietkautionsbürgschaft besonders?

Besonders sinnvoll ist die Bürgschaft für Personen, die beim Umzug beide Kautionen gleichzeitig tragen müssten (Doppelbelastung), für Gewerbekunden mit hohen Kautionssummen sowie für alle, die ihr Kapital nicht langfristig binden möchten.

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Redaktion EasyKaution
EuroKaution Service EKS GmbH – Experten für Mietkautionsbürgschaften seit 2008

Dieser Artikel wurde von den Mietkautions-Experten der EuroKaution Service EKS GmbH erstellt und geprüft. Als Deutschlands älteste Mietkautionsgesellschaft verfügen wir über mehr als 15 Jahre praktische Erfahrung mit Mietkautionsbürgschaften für private und gewerbliche Kunden. Alle Inhalte werden regelmäßig auf Aktualität überprüft und mit juristischem Fachwissen abgeglichen.

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Häufige Fragen zur Mietkautionsbürgschaft

Was ist eine Mietkautionsbürgschaft genau?

Eine Mietkautionsbürgschaft ist ein Bürgschaftsvertrag nach § 765 BGB, bei dem ein Versicherungsunternehmen als Bürge gegenüber dem Vermieter für die Mietkaution haftet. Der Mieter zahlt keine Barkaution, sondern erhält eine Bürgschaftsurkunde und zahlt dafür eine jährliche Prämie ab 4,3 % der Kautionssumme. Das eigene Geld bleibt frei verfügbar.

Was ist der Unterschied zwischen Mietkautionsbürgschaft und Mietkautionsversicherung?

Es gibt keinen praktischen Unterschied – beide Begriffe bezeichnen dasselbe Produkt. „Mietkautionsbürgschaft“ ist der rechtlich korrekte Begriff nach § 765 BGB. „Mietkautionsversicherung“ ist die im Markt gebräuchlichere Bezeichnung. In beiden Fällen bürgt ein Versicherungsunternehmen gegenüber dem Vermieter. Mehr dazu: Was ist eine Mietkautionsversicherung?

Was ist der Unterschied zur Bankbürgschaft?

Bei der Mietkautionsbürgschaft bürgt ein Versicherungsunternehmen – der Abschluss ist online möglich, erfordert keine Kreditlinie und ist in wenigen Minuten erledigt. Bei der Bankbürgschaft bürgt eine Bank – das erfordert oft eine Kreditlinie (blockiert Liquidität), einen Filialtermin und dauert deutlich länger. Für Privatpersonen und kleinere Unternehmen ist die Mietkautionsbürgschaft daher meist die bessere Wahl.

Was passiert im Schadensfall?

Wenn der Vermieter berechtigte Forderungen hat (z.B. Mietrückstände, Schäden), richtet er eine Inanspruchnahme an den Bürgen (Versicherung). Der Bürge prüft die Forderung und zahlt berechtigte Beträge an den Vermieter. Anschließend nimmt der Bürge den Mieter in Regress – der Mieter muss den gezahlten Betrag an die Versicherung zurückerstatten. Die Bürgschaft ist kein Schadensersatz für den Mieter, sondern eine Sicherheit für den Vermieter.

Muss der Vermieter eine Mietkautionsbürgschaft akzeptieren?

Nein, der Vermieter ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet. Er muss ausdrücklich zustimmen. In der Praxis akzeptieren die meisten Vermieter die Bürgschaftsurkunde, da sie dieselbe rechtliche Sicherheit wie Bargeld bietet und die Bonität des Mieters durch den Versicherungsabschluss bereits geprüft wurde. Falls Ihr Vermieter ablehnt, beraten wir Sie gerne kostenlos.

Was kostet eine Mietkautionsbürgschaft?

Die Jahresprämie beträgt ab 4,3 % der Kautionssumme (Mindestbeitrag ab 39 €/Jahr). Bei einer Kaution von 2.000 € zahlen Sie ab 86 €/Jahr – statt 2.000 € auf einmal zu hinterlegen. Die genauen Tarife aller drei Anbieter vergleichen Sie kostenlos unter mietkautionsversicherung-vergleich.

Wie wird die Bürgschaft beendet?

Bei regulärem Mietende gibt der Vermieter die Bürgschaftsurkunde an den Mieter zurück. Der Mieter reicht sie beim Versicherungsunternehmen ein, kündigt die Bürgschaft, und die Jahresprämie wird tagesgenau abgerechnet. Überschüssige Prämien werden erstattet. Es entstehen keine weiteren Kosten – auch keine Kündigungsgebühren bei EasyKaution-Partnern.

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